Aus erster Hand...

Für aus erster Hand 13 NovemberBildungsvolksbegehren von 5,6 % der Tullner Wahlberechtigten unterschrieben

Das Bildungsvolksbegehren hatte viele Slogans im Angebot. Mehrere klangen auch gut, so etwa die Forderung nach mehr Schulautonomie. Nur, es ist leider nur ein Slogan, vielleicht einer der schrecklichsten zur Zeit. Denn solange gesetzlich nicht genau festgelegt ist, wie diese Eigenverantwortung aussehen soll, haben die Schulleiter dadurch deutlich mehr Schwierigkeiten statt Vorteile. Das Volksbegehren war dazu - wie bei vielen anderen Punkten auch - nicht sehr konkret formuliert.

Als Direktor der Tullner HAK hat mir die Forderung nach der Einführung eines Modulsystems gefallen, weil wir dieses im Rahmen eines Schulversuches bei uns bereits heuer gestartet haben. Eine andere Passage des Volksbegehrens lehne ich hingegen strikt ab: Es wird gefordert, dass "die Trennung der Kinder nach ihren Interessen und Begabungen erstmals am Ende der Schulpflicht (d.h. nach der 9. Schulstufe) erfolgt." Das bedeutet, dass die Ausbildung in der HAK (und in allen anderen BHS) um ein Jahr verkürzt werden soll. Das ginge nur mit einer radikalen Kürzung der Lehrinhalte, unsere Absolventen müssten somit eine schlechtere Ausbildung hinnehmen.

Weiters hat mich gestört, dass sich das Bildungsvolksbegehren - zumindest in NÖ - von einem Instrument der Direktdemokratie zunehmend in eine Werbeaktion der SPÖ wandelte. In Tulln hat sich das mit einer besonders schlechten Beteiligung gerächt: Die hier erreichten 5,6 Prozent sind noch schlechter als das magere Bundesergebnis von 5,8 Prozent.

Ich hätte eine Idee für ein weiteres Volksbegehren: Stärkt die Lehrer! Die Aufgaben für die Pädagogen beschränken sich längst nicht mehr auf das Vermitteln von Lehrinhalten. Sie sind immer häufiger Zufluchtspersonen für Schüler, die mit großen familiären Problemen oder Erziehungsdefiziten zu kämpfen haben. Trotz der zunehmenden Belastungen ist die Lehrerschaft einer sozialen Demontage ausgesetzt. Die Institution Schule braucht nicht ständig Strukturdebatten, sondern gestärkte Lehrer, die dadurch einen guten Job machen. Zum Vergleich: Spitalspatienten interessieren sich in erster Linie für die Qualität der Ärzte und nicht für die Struktur des Krankenhauses. Was der Arzt im Krankenhaus, das ist der Lehrer in der Schule. Bringen wir endlich Ruhe in die Schule und lassen wir die Lehrer optimal - von der Gesellschaft gestützt - arbeiten.

Zusätzliche Parkplätze beim Bahnhof für die Pendler

Unruhe gab es in letzter Zeit häufig unter den Pendlern wegen der P&R-Anlage, die trotz 684 Pkw-, 5 Behinderten-, 6 Bus- und 300 Zweiradabstellplätzen zu wenig Parkplätze bietet. Ich habe diese Erfahrung auch schon mehrmals gemacht, insbesondere wenn ich am Vormittag nach Wien fahren wollte. Jetzt ist Besserung in Sicht. Wir haben die ÖBB Infrastruktur AG überzeugt, dass neue Parkflächen notwendig sind. Es wird daher vorerst eine provisorische Anlage rechts der Bahn für ca. 155 Pkw-Stellplätze errichtet. Klicken Sie hier für den Lageplan (die Parkplätze sind rot eingezeichnet).

Diese Parklflächen sollen vorerst bis zwei Jahre (Evaluierungszeitraum) nach der Inbetriebnahme des Bahnhofes Tullnerfeld im Dezember 2012 den Bahnkunden zur Verfügung stehen. Die geplanten Maßnahmen sind im Wesentlichen: Befestigung der Oberfläche mit Grädermaterial samt Zufahrts- und Erschließungswege. Errichtung von Zäunen und Zauntoren, als Abgrenzung zu den Gleisen und Verladeanlagen der ÖBB. Errichtung eines Stiegenabgangs sowie der Beleuchtung auf den Fahrleitungsmasten.

Protest gegen den Geisterbahnhof

Während wir mit der ÖBB Infrastruktur AG gut zusammenarbeiten, haben wir mit der ÖBB-Personenverkehr AG Probleme: Es ist nach wie vor völlig unerklärlich, warum die Haltestelle Tulln-Stadt zu einem neuen Bahnhof ausgebaut wurde, aber kaum angefahren wird.

Die Verlängerung der S40 von und nach Wien/Franz Josefs Bahnhof nach Tulln/Stadt wurde  und wird immer wieder  als fahrplan- und trassentechnisch nicht durchführbar dargestellt. Angeblich ergeben sich durch die Güterzugumleitungen von der Westbahn auf die Franz-Josefs-Bahn (bedingt durch den Bau des Wiener Zentralbahnhofes) Engpässe.

Wir bezweifeln diesen Engpass, weil der Bahnhof Tulln Stadt nun ZWEIGLEISIG ausgebaut wurde. Das ÖBB Betriebsmanagement hat uns nun bestätigt, dass es sehr wohl möglich wäre, durch die Gleisführung und durch die Anordnung der Weichen die Güterzüge ausschließlich auf dem nördlichen Gleis zu führen. Daher wäre das südliche Gleis für die Züge der S40 trassen- und fahrplantechnisch sehr wohl möglich!

Es ist mir daher schleierhaft, weshalb die ÖBB Personenverkehrs AG dieses südliche Gleis nicht bestellt (d.h. die ÖBB nützen dieses Gleis absichtlich nicht).

Ich werde weiterhin die ÖBB drängen, die bereits bestandenen Anbindungen der S40 an den Bahnhof Tulln Stadt sofort wieder aufzunehmen. Diese Verbindungen sollen auch in einem Taktverkehr geführt werden. Eine diesbezügliche Resulotion werde ich bei der nächsten GR-Sitzung einbringen.