Eines unserer Umweltziele: Möglichst viele CO2-neutrale Haushalte

01. Dez. 2019

Mit einer Vielzahl an Projekten und auf Basis des einstimmig beschlossenen Klima-Manifestes geht Tulln als Vorreiterstadt für Klima- und Umweltschutz mit gutem Beispiel voran. Eines unserer Ziele ist es, Privatpersonen bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen. Deshalb fand unlängst ein Informationsabend mit dem Titel "Ihr Weg zum CO2-neutralen Haushalt" statt. Aufgrund des großen Interesses wird die Veranstaltung bereits im Frühjahr wiederholt – zu diesem Termin wird zusätzlich ein Schwerpunkt "Heizen" sowie die Nutzung von Wasserstoff dargestellt werden.

Photovoltaik: Amortisation nach spätestens 15 Jahren

Einer von vielen interessanten Fakten der Expertenvorträge: Eine fachgerechte Kombination von Photovoltaik und - derzeit leider noch relativ teuren - Batteriespeichersystem im Eigenheim gewährt Sicherheit im Falle eines Blackouts. Ing. Christoph Mehofer stellte außerdem die Möglichkeit für den Einsatz von Wärmepumpen in Kombination mit PV-Anlagen vor und Mag. Gottfried Heneis informierte, dass private PV- Anlagen nicht nur der Umwelt guttun, sondern sich auch wirtschaftlich auszahlen:

  • Anschaffungspreis einer 5 kWp-Anlage (entspricht ca. dem Stromverbrauch eines Einfamilienhauses): bis max. € 10.000,-
  • Amortisationszeit bei aktuellem Strompreis: 10-15 Jahre
  • Amortisationszeit bei zu erwartendem Anstieg des Strompreises: 7-10 Jahre
  • Einsatzzeit: ca. 25-30 Jahre
  • Förderquote für Anschaffung aktuell € 250,- pro kWp (max. f. 5 kWp)

E-Autos als „Haushaltsbatterie“

Ein großes Thema des Informationsabends war auch die E-Mobilität. So wurde z.B. von DI Matthias Zawichowski erläutert, welches Potential zur Bewältigung von Krisensituationen (z.B. Blackouts) in ihnen schlummert: Das E-Auto von fahrvergnügen.at agierte während der Veranstaltung als Stromquelle für Bildschirme und Laptops und verlor während der Veranstaltungsdauer von mehreren Stunden gerade einmal knapp 6% seiner Ladestandsanzeige. Konzepte, die es uns ermöglichen, unsere Häuser mit Elektroautos zu laden, liegen daher laut Matthias Zawichowski nicht mehr in allzu weiter Ferne. Der liegt der Anteil der E-Mobilität bei ca. 1% des aktuellen Fahrzeugbestands in Österreich, ein Anstieg in den nächsten Jahren auf mehr als 10% wird erwartet. Steigt der Anteil auf 20%, würde nur 8,6% mehr Ökostrom benötiget werden – das entspricht der Stromproduktion von ca. 370 Windrädern.

Immer wieder auftretende Kritikpunkte an E-Fahrzeugen wurden dabei auch angesprochen, DI Matthias Zawichowski zu einemdavon: „Nur 5% der weltweiten Abbaumenge an Kobalt wird für Batterien von E-Fahrzeugen verwendet – andere Akkus, wie z.B. von Smartphones, machen unvergleichlich größere Mengen aus.“ Auf folgende Vor- und Nachteil wurde ebenso eingegangen:

Vorteile Nachteile
Gemessen an der Lebenszeit ist die CO2-Bilanz eines E-Fahrzeuges jedenfalls positiv. Es ist zu hinterfragen, wie der Ladestrom erzeugt wurde – negativ wäre z.B. aus Kohlekraftwerken, am optimalsten wäre die Erzeugung durch die eigene PV-Anlage.
Potential des E-Fahrzeugs als vielfältig einsetzbarer Energiespeicher Die Entsorgung der Batterie ist aufwändiger als bei einem herkömmlichen Auto – sie ist vom Hersteller fachgerecht der Wiederverwertung zuzuführen.
Hoher Wirkungsgrad des Elektromotors gegenüber dem Verbrennungsmotor Höhere Anschaffungskosten – aber dafür geringere Betriebskosten