Gemeinden sollen Grünflachen auf großen Parkplätzen vorschreiben dürfen.

23. Jul. 2019

Morgen (24.7.) eröffnet eine neue Interspar-Filiale in Tulln inklusive großem Parkplatz. Heute wurden acht Bäume am Parkplatz gesetzt sowie ein Grünstreifen mit Staudenpflanzen angesät. Diese Pflanzungen wurden von SPAR auf Ersuchen der Stadtgemeinde durchgeführt und finanziert.

In Zukunft möchte ich jedoch bei solchen Projekten nicht mehr Bittsteller sein. Ich und setzte vielmehr auf Gespräche mit dem Land NÖ, insbesondere mit LH-Stv. Stephan Pernkopf, um eine Gesetzesänderung herbeizuführen. Ziel ist, dass Gemeinden als Baubehörde Auflagen vorschreiben können, um Parkplätze in Form versiegelter Asphaltwüsten zu verhindern. Ich denke dabei an versickerungsoffenen Parkraum, sodass Regenwasser direkt vor Ort versickern kann sowie an anteilige Grünräume mit Baumpflanzungen.

Ich freue mich, dass Stephan Pernkopf sich dazu auch bereits öffentlich geäußert hat und meine Bemühungen begrüßt: „Die Stadt Tulln setzt genauso wie das Land Niederösterreich auf Klimaschutz und den Schutz unserer Böden. Viel ist uns hier schon gelungen, wir haben zum Beispiel den Bodenverbrauch in den letzten Jahren durch strenge Gesetze, Siedlungsgrenzen und innovative Grünraumprojekte nahezu halbiert. Im Vergleich der Bundesländer sind wir damit Vorreiter. Das ist auch notwendig, denn wir wollen unsere Äcker und Grünflächen für die nächsten Generationen sichern.“

Ich bin davon überzeugt, dass insbesondere für die Stadt Tulln, die sich als Gartenstadt österreichweit positioniert und unlängst ein Klima-Manifest mit dem Ziel der Klima-Neutralität beschlossen hat, eine rechtliche Handhabe besonders wichtig wäre. Grünflächen und Stadtbäume, die durch die Beschattung und Befeuchtung der Umgebung eine wichtige Rolle für das städtische Mikroklima haben, sind für uns nicht Feigenblätter für eine Kampagne, sondern die Wurzeln für eine nachhaltige Entwicklung. Es geht um das ständige Ringen für die Balance zwischen Ökologie und Ökonomie, die letztlich für beide Seiten ein Gewinn ist.

Zusätzliche zu den Grünräumen achten wir auch ständig auf das ebenso klimarelevante Thema Mobilität. Rund um den Bau der Interspar-Filiale konnte in der Frauentorgasse sowie in der Müllergasse neue Radwege errichtet werden. Die Kosten für die Errichtung wurden ebenfalls von der Fima Spar übernommen.

P.S.: Neben den acht Bäumen wurden von unseren Stadtgärtner die Blumenwiesenmischung "Honig und Schmetterling" ausgesät. Diese Mischung wurde in Zusammenarbeit mit Entomologen und Bienenzüchtern ausgearbeitet.  Diese Blumen schaffen im Spätsommer für Bienen und Schmetterlinge den dringend benötigten (Über)-Lebensraum und optimale Nahrungsquelle. Die ca. 30 mehrjährigen Arten dieser Mischung wurden nach Kriterien wie z.B. Nektargehalt, Duft und Farbe ausgewählt.