Mahnendes Erinnern: Vor 70 Jahren fielen fast 300 Bomben auf Tulln und töteten 89 Menschen

22. Nov. 2014

Der 11. Dezember 1944 war ein Schicksalstag für Tulln im 2. Weltkrieg: Insgesamt fast 300 Bomben gingen im Stadtgebiet nieder, sie zerstörten 41 Häuser und 88 Menschen kamen ums Leben. Zum 70-jährigen Gedenken an diesen schrecklichen Tag veranstaltet die Stadtgemeinde Tulln gemeinsam mit dem städtischen Fotoarchiv die Ausstellung "Mahnendes Erinnern: 70 Jahre Bombenangriff auf Tulln" mit Fotos, Zeitzeugenberichten und historischen Details.

Fünf Jahre dauerte der 2. Weltkrieg bereits, als sich 1944 die Luftgefahr für die Stadt Tulln zusehends verschärfte. Am 11. Dezember passierte schließlich das größte Unglück, das Tulln in seiner Geschichte erleben musste: Ab 12 Uhr warfen 90 Flugzeuge in drei Angriffswellen insgesamt fast 300 Spreng- und Zeitzünderbomben über dem Stadtgebiet ab. 41 Häuser wurden völlig zerstört und 89 Menschen verloren ihr Leben.

Der Luftangriff soll uns jedes Jahr aufs Neue daran erinnern, welch schreckliche Ereignisse sich in unserer Heimat zugetragen haben, und mahnen, was passiert, wenn man den Verführern erliegt und die Politik scheitert. Ich danke Manfred Schobert, der diesen schwarzen Tag unserer Geschichte eindrucksvoll aufbereitet hat.

Ausstellung als historische Aufbereitung

Unter der Leitung von Manfred Schobert hat das Fotoarchiv Tulln die noch vorhandenen Bilder dieses Schicksalstages und der darauf folgenden Wiederaufbauzeit gesammelt und zu einer eindrucksvollen Ausstellung zusammengestellt. Neben den 41 Fotos sind Zeitzeugenberichte, historische Details und ein im Jahr 2008 am Lagerhausareal geborgener Blindgänger zu sehen. Die Ausstellung ist seit vergangenen Donnerstag noch  bis 12. Dezember im hinteren Foyer des Bürgerservices zu den Öffnungszeiten des Rathauses frei zugänglich. Die Eröffnung der Ausstellung war durch die Berichte der beiden Zeitzeugen Gertraud Welser und Edwin Pircher sehr ergreifend. Die historischen Ausführungen von Mag. Christoph Helfer waren profund. Das Entzünden der 89 Kerzen am Hauptplatz zum Andenken der Oper sowie die Worte von Pfarrerer Mag. Nikolaus Vidovic war sehr berührend.

Fotoausstellung "Mahnendes Erinnern: 70 Jahre Bombenangriff auf Tulln" im Foyer des Bürgerservices im Rathaus: 21. November - 12. Dezember 2014. Frei zugänglich zu den Öffnungszeiten des Bürgerservice: Mo - Mi 7.00 - 15.30 Uhr, Do 8.00 - 19.00 Uhr, Fr 7.00 - 12.00 Uhr

Gedenktag am 11. Dezember 2014

Am Gedenktag des Bombenangriffes wird um 18 Uhr in der Pfarre St. Stephan ein Gedenkgottesdienst gefeiert. Im Anschluss findet um ca. 19.15 Uhr bei der Aufbahrungshalle am Friedhof Tulln eine Kranzniederlegung statt.

 

Hier der Vortrag von Mag. Christoph Helfer, den der Historiker am 20. Nov. 2014 im Tullner Rathaus zur Ausstellungseröffnung gehalten hat:

So stand die rote Kugel schließlich über Tulln…“

1944 – 2014: Zwei Ausstellungen – zwei Motive

Vor 70 Jahren, Anfang Februar 1944, fand im Tullner Stadtsaal eine Ausstellung statt. Titel: „Der Luftterror“. Veranstaltet von der NSDAP-Reichspropagandaleitung und dem Präsidium des Reichsluftschutzbundes sollte die Wanderschau der „Aufklärung über Wesen und Abwehr der feindlichen Terrorangriffe“ dienen, indem sie über die Sicherstellung von Hab und Gut, die Möglichkeiten der Vorbereitung von Haus- und Hof, Methoden der Brandbekämpfung und das richtige Verhalten bei Luftangriffen informierte.

Die Lokalzeitung „Donauwacht“ übte sich anlässlich der Veranstaltung in Kriegspropaganda:„Mit dem Mord an wehrlosen Frauen und Kindern, mit barbarischem Bombenterror versucht der Feind unsere Heimatfront zu erschüttern und unseren Siegeswillen zu brechen. Die angloamerikanischen Luftbanditen wollen durch ihre heimtückischen Angriffe auf die friedliche Zivilbevölkerung die ihnen fehlenden Siege an den Fronten ersetzen, die sie gegen unsere tapfere Wehrmacht niemals erringen können.“

Die heute eröffnete Ausstellung gedenkt des 11. Dezember 1944. An diesem Tag wurde das unmittelbare Realität, was zehn Monate zuvor der Bevölkerung noch aus sicherer Distanz auf Wandtafeln gezeigt worden war. Was man seit Jahren im Rahmen des behördlichen und zivilen Luftschutzes theoretisch durchexerziert hatte (Schulungen von „Selbstschutzkräften“, Schutz von Kulturgütern, Anlage von Splittergräben und Bunkern,...) mutierte zur tödlichen Praxis: Der Krieg aus der Luft erreichte die Stadt. Tulln wurde Ziel und Opfer eines Bombenangriffs.

Seit Frühjahr 1942 hatte es in Tulln immer wieder Fliegeralarme, über 130 waren es bis Kriegsende. Insgesamt acht Luftangriffe bzw. -gefechte betrafen die Gemeinde in Form von Gebäude- und Flurschäden sowie Fliegerabstürzen mit zum Teil tödlichen Folgen.

Tulln selbst stellte an sich kein bevorzugtes Angriffsziel dar, wurde bis 1943/44 als nicht besonders luftgefährdet eingestuft. Fatal war allerdings die räumliche Nähe zum Hydrierwerk Moosbierbaum. Dort wurden zeitweilig bis zu 20% des deutschen Flugzeugbenzins erzeugt, was den Industriekomplex ab Mitte 1944 zu einem Ziel für die Bomber der 15. US-Army Air Force machten. Auch für das Ereignis, dem diese Schau gewidmet ist, ist die verhängnisvolle Nachbarschaft verantwortlich zu machen.

Als das „größte Unglück, das Tulln in seiner Geschichte erleben musste“, bezeichnete Otto Biack den Angriff, als „eines der schmerzlichsten Ereignisse der Pfarrgeschichte Tullns“ das „Gedenkbuch“ der Pfarre St. Stephan. Im öffentlichen Bewusstsein unserer Stadt lebt der 11. Dezember bis heute als eine Art Kristallisationspunkt des Zweiten Weltkrieges fort. Die Katastrophe war nun nicht mehr nur im Mangel des Alltags spürbar und in parteiideologisch gefilterter Form durch Zeitungsberichte und Wochenschauaufnahmen präsent. Sie erreichte direkt und unmittelbar die engste Umgebung, die Heimatstadt und – in vielen Fällen – die eigene Familie.

Drei Stunden Hölle – Der Angriff

Der 11. Dezember 1944 war ein Montag, anfangs trüb und nebelig, im Laufe des Vormittages verzogen sich die Wolken, der Himmel klarte auf. Kurz vor Mittag setzte das Radio aus, über den „Reichssender Wien“ ertönte der berüchtigte „Kuckuck“, das Warnsignal für Fliegerangriffe. Der Flaksender meldete herannahende feindliche Flieger.

Um 11.21 Uhr wurde Fliegeralarm – ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton der Sirenen (Stadt - Sparkassengebäude/Sudetendeutscher Platz 8, Zuckerfabrik, Wehrmacht) – ausgelöst, das Zeichen für die Bevölkerung das vorgeschriebene „luftschutzmäßige Verhalten“ zu zeigen, Vorkehrungen für einen Großangriff zu treffen und die Luftschutzräume aufzusuchen.

Unmittelbar danach traten die Vernebelungsanlagen, die man zum Schutz der Industrieanlagen in Moosbierbaum errichtet hatte, in Aktion. Durch das warme Wetter verzog sich der künstliche Nebel allerdings rasch und sank zu Boden.

Die Ortsluftschutzleitung bezog die Befehlsstelle für das Luftschutzkommando. Den Bunker hatten Landrat, Partei und Gemeindeamt im Frühjahr 1944 im ehemaligen Wall des Stadtgrabens, im so genannten „Nussdorfer Keller“, beim Schubertpark, gebaut.

 „Etwas nach 12 Uhr hörte man in der Ferne das Motorengeräusch feindlicher Bomber. Die Flak des Tullnerfeldes wurde lebendig, das ganze Gebiet künstlich vernebelt.“ Das in der Nähe liegende Industrie-Gebiet war den Fliegern wohl zufolge des Flak-Sperrriegels unerreichbar. So stand die rote Kugel schließlich über Tulln und eine verheerende Bombenlast sauste auf die Stadt hernieder.“, schildert das „Gedenkbuch“ der Pfarre Tulln die Minuten vor dem Angriff.

Die erste amerikanische Bomberwelle kam um 12 Uhr von Westen angeflogen. Die etwa 20 bis 30 Flugzeuge warfen Sprengbomben auf die Felder westlich von Tulln und eine auf ein Feld in der Schießstattgasse und verursachten Häuserschäden.

Die zweite Welle, wieder mit Sprengbomben, folgte nach einer Viertelstunde aus Richtung Süden, die dritte, wenige Minuten später, traf vor allem den Südosten der Stadt. Insgesamt befanden sich 90 Flugzeuge über Tulln. Zwar fiel mehr als die Hälfte der Bomben auf Felder im Süden, Tulln wurde aber direkt mit 200 Stück 550-Pfund-Sprengbomben (227 kg), 87 von den Amerikanern erstmals eingesetzten Zeitzünderbomben desselben Gewichts und 13 Blindgängern getroffen.

Neben der Befehlsstelle der Luftschutzleitung detonierten einige Bomben. Ein Zeitzünder schlug ein und blieb in der Decke hängen. Daraufhin wurden der Bunker und der anschließende öffentliche Luftschutzraum, in dem sich zwischen 100 und 120 Personen befanden, sofort geräumt. Eine Frau wurde schwer verletzt, ihre sechsjährige Tochter (Elisabeth Häusler) starb unter den herabstürzenden Erdmassen.

Über die Motive für den Angriff des 11. Dezember besteht heute mehr Klarheit als in den Nachkriegsjahren. Es gilt als weitgehend gesichert, dass die Stadt Tulln den amerikanischen Bombern als Ersatzziel für das durch das Abwehrfeuer der Flak nicht erreichbare eigentliche Ziel, das Werk Moosbierbaum, diente.

Zerstörung und Hilfe – Die Stunden danach

Nach der Entwarnung um 14.27 Uhr mittels einminütigem Dauerton wurde das Ausmaß der Katastrophe, vor allem im südlichen Teil der Stadt und im Zentrum, sichtbar: 41 Häuser – das entsprach 5% der Gesamtzahl – waren völlig zerstört und unbewohnbar, darunter das Kino (Brüdergasse), der Stadtsaal und das Gebäude des Gendarmeriepostens und Bezirksgendarmeriekommandos. 87 Häuser (10%) waren schwer und 350 (fast 50%) leicht beschädigt. Dazu kamen Flurschäden und Bombentrichter.

Schwerer als die materiellen Schäden wogen die Verluste an Menschenleben: Zwischen 87 und 89 Todesopfer (die Zahlen differieren) wurden bis 14. Dezember aus den Trümmern geborgen. Fast die Hälfte der Opfer lag unter dem zerbombten Haus Hitlerplatz 12/13. Der Luftschutzkeller des dortigen ehemaligen Gasthauses „Zum Landmann“ von Josef Eckerl hatte wie gewöhnlich zahlreichen Menschen als vermeintlich sichere Zuflucht gedient. Über ein Viertel der beim Angriff Getöteten, 28, waren Kinder. „Man fand von ihnen nichts weiter als kleine Leichenteile und einige Kleiderfetzen“, berichtet die Pfarrchronik von Absdorf über zwei aus dem Ort stammende Mädchen, die die Hauptschule in Tulln besucht hatten.

Zum Ausgraben der Verschütteten, zu Aufräumungsarbeiten und dem Aushub von Massengräbern wurden die Feuerwehr, die Technische Nothilfe, die in Tulln stationierten Pioniere der kroatischen Ausbildungsbrigade, Mannschaften der Fliegerhorstkommandantur Langenlebarn sowie Räumungstruppen und Bergungskolonnen – meist Strafgefangene – aus Wien und St. Pölten eingesetzt.

Im Feuerschein von Fackeln und der glosenden und immer wieder aufflammenden Brandruinen wurden die zum Teil vollständig unkenntlichen Leichen auf Streifwagen in die Minoritenkirche gebracht. Dort wurden sie agnosziert, eingesargt und aufgebahrt.

Erschwert wurde der Rettungseinsatz durch die zahlreichen Blindgänger und die Zeitzünderbomben, die mit einem Verzögerungssatz in unterschiedlichen Intervallen (bis zu 30 Stunden) ausgerüstet waren und die Aufräumarbeiten gezielt stören sollten. Dennoch gab es auch Positives zu berichten: TN-Nothelfern gelang es, zwei Frauen mit Händen aus dem Schutt zu graben. Insgesamt, so Inspektor Pichler, war „das Verhalten der Bevölkerung [...] ruhig und gefaßt, der Hilfseinsatz vorbildlich. [...] Ein Jammern und Klagen wurde nicht gehört, sondern Helfen und Retten waren die Forderungen des harten und schweren Tages.“

In den Tagen und Wochen nach dem Angriff versuchte man mit den nur unzureichend zur Verfügung stehenden Materialien die dringlichsten Aufräumarbeiten und Reparaturen an den zahlreichen beschädigten Gebäuden zu bewerkstelligen. Heimische Handwerker und Arbeiter, Wehrmachtsangehörige, ausländische (Zwangs-)Arbeiter und Kriegs-gefangene sowie Strafgefangene, die man zum lebensgefährlichen Ausgraben und Beseitigen der Zeitzünder und Blindgänger einsetzte, waren beteiligt.

Bis zum 23. Dezember 1944 wurde ununterbrochen gearbeitet, bis Februar 1945 standen Arbeitstrupps aus den umliegenden Ortschaften im Einsatz.

Skurriles Detail: Am 21. Februar 1945, sechs Wochen vor dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft in Tulln, urgierte der Bürgermeister i.V. Emmerich Wagerer bei der Kreishandwerkschaft den Aufbau des total zerstörten Stadtsaales mit dem Argument, die Stadt brauche einen Ort für Parteiveranstaltungen und Appelle der NSDAP.

Propaganda statt Mitgefühl – Die Trauerfeier

Am Samstag, 16. Dezember 1944, fand am Hitlerplatz die offizielle Trauerfeier für die – ich zitiere die „Donauwacht“ – „Opfer des Terrorangriffes, der am Montag Männer, Frauen und Kinder aus der Mitte der Volksgemeinschaft riss“ statt. Nichts macht besser deutlich als diese Veranstaltung, wie die NS-Machthaber 15 Wochen vor dem Kriegsende das Unglück, das die Stadt getroffen hatte, für Propagandazwecke zu nutzen versuchten:

Vor dem Landratsamt (der heutigen BH) inszenierte die NSDAP ein bombastisches Schauspiel: Zwei lodernde „Opferflammen“ flankierten ein großes Eisernes Kreuz vor dunkelrotem Hintergrund über dem Rednerpult. Davor waren in der Mitte des großen Karrees, das die Angehörigen, die Wehrmacht, die Parteigliederungen und die übrigen Trauergäste säumten, die mit der Reichsflagge bedeckten Särge aufgestellt. Dank illegal aufgenommener Fotos – offizielle Aufnahmen waren verboten – können wir uns von der Szene ein Bild machen.

Ein Bläserensemble der Wehrmacht eröffnete die Trauerstunde, zu der keine Priester zugelassen waren. NSDAP-Kreisleiter Swoboda erstattete militärisch knapp Meldung. Dann ergriff „namens des Führers, des Gaues und der ganzen Nation“ Gauleiter Dr. Hugo Jury das Wort und hielt, so die Lokalzeitung, den „Gefallenen“ einen „tiefempfundenen Nachruf“. Die Ansprache schwankte zwischen Kriegspropaganda und Pathos.

Jury sprach vom „widersinnigen, durch die Brutalität feindlichen Untermenschentum verschuldeten Sterbens“, versicherte die Heimat werde „mit unauslöschlichem Hass auf den unmenschlichen Terror der Feinde“ antworten und meinte, zu den Toten gewendet: „Erhobenen Hauptes nehmen wir von euch Abschied, denn nicht wir, sondern die anderen haben diesen Krieg gewollt. Der Herrgott, der in unseren Herzen lesen kann, findet unser Gewissen rein. Ihm dürfen wir daher vertrauen, dass er unsere Waffen segnen und uns Recht schaffen wird. [...] Ihr geht ein in die Zahl der Helden, die das deutsche Volk auf seinen Wegen in eine stolze Zukunft begleiten.“

Inwieweit diese Worte die trauernden Familien zu trösten vermochten, bleibe dahingestellt...

Während sich die Fahnen senkten und das „Lied vom guten Kameraden“ erklang, legten Gau- und Kreisleiter den Kranz des „Führers“ und eigene Kränze nieder. Den Abschluss der Feier bildeten die „Hymnen der Nation“ (Deutschland- und Horst-Wessel-Lied) und drei Ehrensalven. Erst als sich Jury entfernt hatte, um im Reservelazarett durch den Luftangriff verletzte Männer und Frauen zu besuchen, durfte der Dechant des Dekanates Tulln, Franz Waltenberger (Sieghartskirchen) eine feierliche Einsegung aller Bombenopfer vornehmen.

Etwa die Hälfte der Toten wurde am selben Tag oder im Laufe der folgenden Woche auf dem Tullner Friedhof beerdigt (mehrere Familien ordneten für ihre Angehörigen einzelne Begräbnisse an). Die übrigen Opfer wurden nach auswärts überführt und dort bestattet. Am 19. Dezember fand ein Requiem für die Bombenopfer in der Stadtpfarrkirche statt.

Am Ende dieser Ausführungen sollen die Sätze stehen, mit denen das Gedenkbuch der Pfarre Tulln das Jahr 1944 resümierte, Worte, in denen so gar nichts mitklingt von inflationär beschworener Kampfmoral, sinnlosen Durchhalteparolen und hohlem ideologischem Pathos: „In vielen Familien gab es traurige Weihnachten. War es doch in mehreren Fällen so: Alle Familienangehörigen tot, der Vater oder eines der Kinder war übriggeblieben. Erschüttert waren viele, ernstgenommen haben diese Mahnung an die Todesgefahr, das ‚Sei bereit‘ nur die tieferen, innerlicheren Menschen. [...] Möge die Mutter Gottes, deren unbeflecktem Herzen sich die Pfarrgemeinde am Altjahrestag neuerlich weihte, die Stadt Tulln in Zukunft vor solch hartem Unglück eines neuerlichen Fliegerangriffes schützen!“