Neues Stadtentwicklungskonzept: Los geht's

16. Dez. 2018

Ein Stadtentwicklungskonzept ist das strategische Planungsinstrument einer Stadt für die kommenden 15-20 Jahre. Es skizziert die raumplanerische Entwicklung, insbesondere werden zukünftige Aufschließungszonen, Bau- und Gewerbegebiete und ähnliches darin definiert. Ziel des Entwicklungskonzeptes ist die strategische soziale und wirtschaftliche Weiterentwicklung Tullns sowie der Ausbau der hohen Lebensqualität. Diese wird – und das ist jetzt schon klar – nur durch sehr restriktive Baulandwidmungen möglich sein.

Das im Jahr 2001 erarbeitete Entwicklungskonzept hat der Stadt seither gute Dienste geleistet – nun wird an einer Überarbeitung und Neuerstellung gearbeitet, um auch für die kommenden Jahre eine strategisch geplante Basis zu haben. Das Entwicklungskonzept wird mit allen politischen Parteien und der Bevölkerung diskutiert – die Fertigstellung ist mit Herbst 2019 geplant.

Die Zukunft der Gesellschaft - und damit auch Tulln - wird unweigerlich durch die Digitalisierung geprägt sein. In einem umfassenden strategischen digitalen Masterplan werden alle Segmente der Digitalisierung, die die Wirtschaft der Stadt betreffen, analysiert werden und in das Entwicklungskonzept einfließen.

Ein zweiter wesentlicher Faktor für die Zukunft der Gesellschaft ist unser Umgang mit unserer Umwelt. Tulln ist DIE Gartenstadt Österreichs – nicht nur aufgrund ihrer einmaligen Grüngestaltung. Umweltschutz, Ökologie und ein Leben in Einklang mit der Natur sind für Stadt und BürgerInnen selbstverständlich.

Die Gartenhauptstadt Tulln geht hier mit Vorbildwirkung voran. Auch 2019 steht eine umfassende Erweiterung der größten kommunalen Photovoltaikanlage Österreichs durch Paneele auf der Messe Tulln und den neuen Kindergärten auf dem Programm. Außerdem wird die stadteigene „TullnEnergie“ erstmals städtische Photovoltaikanlagen auf privat/gemeinnützig errichteten Wohnbauprojekten installieren und den Strom teilweise direkt in den Gebäuden nutzbar machen.

In einem Pilotprojekt gemeinsam mit der TullnBau soll außerdem der mit der PV-Anlage produzierte Strom den Strombedarf einer innovativen Wärmepumpe decken: Der Wärmeträger ist nicht Grundwasser, sondern Wasser aus einer vorbeiführenden Hauptwasserleitung der Stadt. Dieses System wird erstmals in Österreich umgesetzt, in Deutschland gibt es bisher ca. 60 solcher Anlagen.

Außergewöhnliche Schritte wollen wir setzen, indem wir die Stadt CO2-neutral bzw. langfristig sogar CO2-negativ stellen möchten: Derzeit wird die CO2-Bilanz der städtischen Einrichtungen und das Defizit erhoben – also die Summe des CO2, mit der die Stadt die Umwelt belastet. Diese Menge an CO2 soll anschließend durch verschiedenste (noch genau zu analysierenden) Maßnahmen - u.a. auch mit dem Ankauf von Klimaschutz-Zertifikaten -  reduziert werden, sodass die Stadtgemeinde Tulln CO2-neutral bzw. sogar -negativ operiert. Ich weiß, dass dies ein bisschen irrational klingt, aber ohne hohe Ambitionen ist das weltweite Klima nicht zu retten. Laut UNO haben wir nur noch wenige Jahre Zeit, um eine Katastrophe zu vermeiden.