Tullner Klimamanifest einstimmig beschlossen

03. Jul. 2019

Die SPÖ, die GRÜNEN und die TVP brachten in der gestrigen Sitzung gemeinsam einen Dringlichkeitsantrag ein, der einstimmig beschlossen wurde. Demnach wird "der Bürgermeister bzw. die Stadtverwaltung in ihren Bemühungen mittels Gemeinderatsbeschluss bekräftigt, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und die Maßnahmen Tullns für Klima- und Umweltschutz weiter voranzutreiben."

Die zwei wesentlichen Ziele unseres Klima-Manifest lauten:

  • Innerhalb der nächsten 5 Jahre wird die Stadtverwaltung der Gartenstadt Tulln CO2 frei sein: Kein Gebäude und keine Maschine im Besitz der Stadtgemeinde wird mehr CO2 emittieren, als im Stadtgebiet kompensiert  bzw. mittels Zertifikaten gedeckt werden kann.
  • Innerhalb der kommenden 20 Jahre wird die gesamte Gartenstadt Tulln das Ziel „CO2 neutrale Stadtgemeinde“ erreichen. Die Stadtgemeinde wird mit mutigen und zukunftsweisenden Vorgaben zur nachhaltigen Stadtentwicklung und künftigen Vorgaben zur Ressourcenschonung (Boden, Mobilität, Energie, Abfall) den Weg dafür bereiten, Bewusstseinsbildung betreiben und vor allem eine Vorbildrolle für Unternehmen und Privathaushalte einnehmen.

Im Rahmen der Debatte meldete ich mich zu Wort und bedankte mich bei meinem sehr engagierten Team der Stadtverwaltung und bei den sachkundigen Experten aus Tulln mit denen ich vor allem in den beiden letzten Jahren besonders intensiv am Thema Klimaschutz arbeitete. Sehr wichtige Inpulse kamen auch von dem Wissenschafter Franz Josef Radermacher, der im Jahr 2016 im Rahmen des Zukunftsforums einen Vortrag hielt und im vergangenen Jahr das Symposium „Welt mit Zukunft“ in Tulln gestaltete. Er hat mir und vielen weiteren Besuchern massiv zu denken gegeben und neue Ansatzpunkte aufgezeigt. Denn es geht bei den klimapolitischen Entscheidungen um nichts Geringeres, als um die Zukunft und das Leben unserer Kinder.

Der Weg zur Zielerreichung soll - wie in meiner Rede dargestellt - über drei Säulen erfolgen:

  1. Wir werden CO2 weiter reduzieren: Beispielsweise durch den Umstieg auf erneuerbare Energien und den Ausbau der Photovoltaik-Anlagen, Fernwärme und Windkraft.

  2. Wir werden CO2 kompensieren: Durch Aufforstungen, Humusaufbau und durchdachte Stadtbegrünung, die auch das Mikroklima optimiert

  3. Und wir möchten CO2 zertifizieren: Durch den Ankauf von Zertifikaten für den nicht zu kompensierenden CO2-Ausstoß; mit diesen Investitionen werden Projekte in Afrika und Südamerika unterstützt und in diesen – im Klimaschutz eher schwachen – Ländern CO2 eingespart. Dies ist insofern wichtig, als sich die westliche Welt auch und insbesondere um den afrikanischen Kontinent und Indien Gedanken machen muss – denn wenn in diesen Kontinenten der Klimaschutz verloren geht, geht auch Europa unter. Europa muss seine Hausaufgaben machen, aber auch den anderen Kontinenten helfen. Denn unsere entwickelte Welt hat das Know-How und die finanziellen Mittel dazu. Wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, und wenn sich nichts ändert, werden es einige von uns noch erleben, dass ganze Klimazonen aufgrund der Erderwärmung objektiv unbewohnbar werden und Millionen Menschen insbesondere aus Afrika flüchten müssen, um zu überleben. Die Flüchtlingsbewegung 2015 wird uns dagegen als laues Lüftchen erscheinen.

Meine Rede (samt interessanter Details) hier zum Nachhören: