Tullns Schuldenentwicklung verläuft in geordneten Bahnen

19. Dez. 2018

Die Schuldenentwicklung der Stadt zeigt folgendes Bild (mit Vorschau laut aktueller mittelfristiger Finanzplanung):

Diese Grafik zeigt deutlich:

1) Der aktuelle Schuldenstand ist gegenüber jenem zum Zeitpunkt meines Amtsantritt im Dezember 2009 (rote strichlierte Linie) nur geringfügig gestiegen - und das liegt nun immerhin schon neun Jahre zurück. Hätte sich der Schuldenstand seither wie der Verbraucherpreisindex entwickelt, läge er jetzt bereits bei 56 Millionen. Tatsächlich sind es im Moment nur 49,5 Millionen. D.h. wir haben den enormen Aufstieg unserer Stadtgemeinde in den letzten Jahren ohne massive Nettoneuverschuldung geschafft!

2) Der Schuldenstand wird - entgegen der Prognose der Vorjahren - in den nächsten Jahren steigen. Das hat insbesondere mit zwei Projekten zu tun, deren Realisierung erst im Jahr 2018 klar wurde. Zum einen ist die Dynamik der Stadt noch stärker als bislang angenommen wurde, weshalb wir nun doch in die Erweiterung der Volksschule in der Kirchengasse zwischen ca. 5 Millionen Euro (inkl. USt) investieren müssen (wird ab dem Schuljahr 21/22 benötigt). Zum anderen ebenso neu ist, dass die Stadt Tulln in Zukunft Wasser an die Marktgemeinde Tulbing liefern wird - dafür ist eine Startinvestition von rund 1,5 Millionen Euro notwendig. Zudem wurden bereits im Jahr 2017 die Renovierung des Florahofsaales (ca. 2 Mio Euro) sowie der Neubau des Kindergartens in Neuaigen (ca. 1,5 Mio. Euro) neu ins Budget aufgenommen. D.h. gegenüber der mittelfristigen Planung aus dem Jahr 2016 sind sinnvolle Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 10 Millionen Euro dazu gekommen, die - mit Ausnahme des Florahofsaales - einstimmig von allen Parteien im Gemeinderat beschlossen wurden. Freuen wir uns doch, dass wir uns solche Investitionen nun wieder leisten können - das war vor ein paar Jahr noch gar nicht möglich.

Im Jahr 2015 habe ich auf meiner Homepage die mittelfristige Finanzplanung  veröffentlicht (siehe folgende Grafik). Aufgrund der im vorigen Absatz beschriebenen Beschlüsse der Jahre 2017 und 2018 (die naturgemäß im Jahr 2015 nicht absehbar waren), ist die damalige Planung natürlich schon lange obsolet.

3) Die Darlehenstände werden ab 2021 wieder sinken werden, sofern sich nicht neue für die Stadtgemeinde lohnende Investitionsmöglichkeiten ergeben.

Schließlich noch eine wichtige Anmerkung: Unseren Schulden stehen weit höhere Vermögenswerte gegenüber, um die uns sehr viele Gemeinden in Österreich beneiden. Ich freue mich schon, wenn die Darstellung der Gemeindefinanzen von der Kameralistik in die Bilanzform übergeführt wird - das wird die Schuldendebatte in ein anderes Licht rücken.