Neugestaltung des Nibelungenplatzes: Bürgerbeteiligungsprozess ist sehr gut gestartet.

02. Mai. 2021

Der Nibelungenplatz kann künftig mehr sein, als ein unbelebter Parkplatz in zentraler Lage. Was das konkret bedeutet, wird nun im Rahmen eines breit angelegten Planungs- und Beteiligungsprozesses mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern diskutiert. Alle im Gemeinderat vertretenen Parteien sind sich über diese Vorgangsweise einig. Das Ziel: Auf Basis gut aufbereiteter Informationen einen Dialog starten, Ideen sammeln und gemeinsam die besten Lösungen für die Zukunft der Stadt Tulln finden. Jetzt mitmachen! Alle BürgerInnen sind herzlich eingeladen sich in den nächsten Wochen aktiv am Prozess zu beteiligen – dazu gibt es unterschiedliche Formate:

• Online-Dialog für Information und Austausch: Seit 21. April ist der Online-Dialog verfügbar: Eine digitale Umfrage, die Hinweise darauf geben soll, wie die Bürgerinnen und Bürger den Platz aktuell sehen und einschätzen, aber auch – und hier sind die Ideen der BürgerInnen gefragt – was der Nibelungenplatz in Zukunft bieten soll und welche Qualitäten ihn zukünftig auszeichnen sollen. Der Online-Dialog läuft 8 Wochen (bis 13. Juni) und ist auf der Projekt-Website zu finden: www.tulln.at/nibelungenplatz.

• Projektzeitung und analoge Dialogkarte: Die erste Projektzeitung zum Planungsprozess wird bis Ende April in den Postkästen aller Haushalten der Stadtgemeinde Tulln eintreffen. Hier sind umfassende Informationen über den Planungs- und Beteiligungsprozess und die Chancen und Herausforderungen des Planungsvorhabens zusammengefasst. Mit der Dialogkarte am Umschlag der Zeitung können bis 13. Juni erste Anregungen, aber auch konkrete Ideen in analoger Form eingebracht und direkt zurückgesandt werden.

• Ab Ende Mai: Unterwegs mit dem Dialograd: Mit dem Dialograd – einem mobilen Infostand – gibt es Informationen und Dialog direkt vor Ort in verschiedenen Stadtteilen: Innerhalb von zwei Wochen macht das Rad an unterschiedlichen Stationen in Tulln Halt, um persönlich mit den BürgerInnen ins Gespräch zu kommen. Der erste Tourstopp ist am 28. Mai am Nibelungenplatz, weitere Standorte sind u.a. der Hauptplatz, die Donaulände in Tulln und Langenlebarn und die Katastralgemeinden Neuaigen und Nitzing. Die genauen Termine und alle Standorte finden sich zeitgerecht auf der Projektwebsite www.tulln.at/nibelungenplatz

Mehrteiliger Prozess bis Herbst 2021 – mit Volksbefragung

Neben dieser ersten Phase der aktiven Bürgerbeteiligung werden parallel technische Grundlagen erhoben – zum Beispiel betreffend Mobilität, Parkplatzbedarf, Archäologie und Städtebau. Im Spätsommer ist eine Perspektivenwerkstatt mit öffentlicher Beteiligung geplant, in der qualifizierte Planungsbüros auf Basis der bis dahin erhobenen Grundlagen und Ideen verschiedene Varianten zur Platzgestaltung erarbeiten. Diese werden der Öffentlichkeit vorgestellt und gemeinsam zur Diskussion gestellt. Im Herbst werden die ausgearbeiteten Varianten im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltungsreihe – dem Stadtforum und der Grätzl-Tour – erneut präsentiert und es gibt nochmals die Möglichkeit, persönliches Feedback einzubringen. Danach wird umfassend über die Ergebnisse informiert und die verschiedenen Varianten werden im Rahmen einer Volksbefragung zur Entscheidung gestellt.

Wichtige Funktion und neue Chancen

Ob auf dem Weg mit dem Fahrrad von Passau nach Wien oder zu Fuß vom Hauptplatz zur Donau – der Nibelungenplatz hat eine wichtige Verbindungs- und Verteilfunktion. Mit rund 7.500 m² Fläche ist er nicht viel kleiner als der Hauptplatz (rund 9.200 m²), schöpft aber sein Potenzial als öffentlicher Raum mit entsprechender Aufenthaltsqualität noch nicht aus. Aber wie kann also aus einem Parkplatz ein „richtiger“ Platz werden? Wie könnte der Platz in Zukunft aussehen? Was würde das kosten? Welchen Stellplatzbedarf braucht es zukünftig und wo könnte man adäquate Ersatzangebote schaffen? Mit diesen Fragen werden sich alle Beteiligten, FachexpertInnen und nicht zuletzt die BürgerInnen im Planungs- und Beteiligungsprozess auseinandersetzen.

LEADER-Förderung wird angesucht

Die LEADER-Region Donau-NÖ Mitte setzt dank ihren Förderungen wesentliche Impulse in der Regionalentwicklung. Die Stadtgemeinde Tulln konnte bereits mehrere Förderprojekte erfolgreich abwickeln – zuletzt u.a. den Bürgerbeteiligungsprozess für die „Tulln Strategie 2030“ im Rahmen des Projektes „Tulln – Miteinander in der Zukunftsplanung“. Das Förderprogramm dient insbesondere der Unterstützung besonders innovativer Projekte, die einen Beitrag zu den Entwicklungszielen der Region liefern. Die Stadtgemeinde Tulln hat für die Planungsphase zur Umgestaltung des Nibelungenplatzes eine LEADER- Förderung eingereicht und das Projekt im Auswahlgremium vorgestellt, wo es auch aufgrund der Einbindung der Bürger* innen als unterstützenswert bewertet wurde. Grundsätzlich können die eingereichten Projektkosten mit bis zu 70 Prozent gefördert werden.