Chance für weitere Belebung der Tullner Innenstadt genutzt: Tochterunternehmen der Stadtgemeinde sichert sich Areal im Zentrum

22. Sep. 2025

Wir arbeiten seit Jahren mit Erfolg daran, die Innenstadt als belebtes Zentrum zu erhalten: Die attraktive Gestaltung des Hauptplatzes, das innerstädtische Einkaufszentrum Rosenarcade, die Stadtoase samt Stadtsaal, Begrünungsmaßnahmen, zahlreiche Märkte, Geschäfte und Cafés tragen dazu bei, dass Tullns Zentrum gut und gern besucht wird. Und während in anderen Städten die Ortskerne aussterben, schlägt das Herz Tullns stärker als je zuvor. Nicht umsonst wird Tulln in ganz Österreich als Positiv-Beispiel für gelungene Zentrumsbelebung genannt.

Dass Tulln anders ist als andere Städte, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von jahrzehntelangem Einsatz und vor allem von strategisch geplanten Maßnahmen. So ist es der Stadt vor elf Jahren auch gelungen, die Modekette H&M in die Innenstadt zu bringen, die eine Filiale in der Stadtoase eröffnet hat. Und ebendieses Areal mit einer Nutzfläche von knapp 2.000 Quadratmetern, mitten in bester Zentrumslage, stand nun zum Verkauf.

Mieteinnahmen reduzieren Kaufpreis auf de facto 690 Euro pro Quadratmeter

„Das ist eine Chance, die wir für die weitere Entwicklung unserer Stadt unbedingt nutzen müssen“, erklärt TLG-Geschäftsführer Dr. Viktor Geyrhofer, „der Kaufpreis beträgt 3,24 Millionen Euro, also rund 1.700 Euro pro Quadratmeter, was an sich schon sehr günstig ist.“ Hinzu kommt, dass das Mietverhältnis mit H&M aufrecht bleibt und entsprechende Einnahmen garantiert. Der Ankauf wurde im Detail durchkalkuliert: Die Mieteinnahmen  reduzieren den Kaufpreis auf de facto 690 Euro pro Quadratmeter.

Auch ich bin der Meinung: Es wäre eine betriebswirtschaftliche Fehlentscheidung größten Ausmaßes, wenn Tulln und die TLG bei so einem niedrigen Preis bei einer Immobilie am Hauptplatz nicht zugreifen würde. Wir haben hart daran gearbeitet, unser Zentrum zu beleben und es zum Wohlfühl-Wohnzimmer für uns alle zu gestalten. Wenn wir das, was wir miteinander erreicht haben, absichern wollen, müssen wir dranbleiben, aber vor allem dürfen wir Chancen für die weitere Entwicklung unserer Innenstadt nicht aus unseren Händen geben.“ Wichtig sei, dass die Stadt Tulln selbst entscheiden könne, was mit dem Areal direkt im Zentrum passiert – und nicht irgendwelche Investoren, denen es möglicherweise nur um den kurzfristigen Profit gehe.

Innenstadt-Experte Murauer spricht von Top-Immobilie mit Potenzial

Eine Empfehlung für den Kauf gibt es auch vom renommierten Innenstadt-Experten Mag. Roland Murauer (CIMA Beratung + Management GmbH). Er spricht in diesem Zusammenhang von einer „Top-Immobilie, die Potenzial für verschiedene Nutzungsarten bietet“. Das bedeutet: Selbst wenn H&M eines Tages als Mieter abspringen sollte, gibt es für diese Fläche nicht nur andere Miet-Interessenten, sondern auch eine ganze Reihe unterschiedlicher Entwicklungsmöglichkeiten

Kein Geld aus dem Budget der Stadt und damit auch nicht von der Gebührenerhöhung

In der politischen Debatte wurde vieles durcheinander und der Ankauf der Immobilie unzutreffend in Zusammenhang mit dem Gebührenerhöhungsbeschluss des vergangenen Juni gebacht. Dabei wurde völlig übersehen, dass unsere Tochtergesellschaft TLG die Immobilie gekauft hat. Dazu hat Dr. Geyrhofer nun festgestellt:

"Die TLG ist ein sehr gesundes Unternehmen, das diesen Kauf problemlos durchführen beziehungsweise finanzieren kann. Dazu ein paar Zahlen: Der Eigenkapitalanteil beträgt derzeit 87 Prozent (!). Die kumulierten Jahresgewinne der letzten fünf Jahre belaufen sich auf 4,8 Millionen Euro. Im letzten Jahr betrug der Gewinn 680.000 Euro, in diesem Jahr wird ein Gewinn von mehr als 300.000 Euro erwartet.

Die TLG zahlt ihre Gewinne nicht aus, sondern investiert diese wiederum in neue Projekte. Dadurch ist der Wert des Unternehmens in den letzten Jahren beachtlich gestiegen und wird auch noch weiter steigen. Die TLG berücksichtigt bei ihren Investments auch Aspekte der Stadtentwicklung, hat dabei aber selbstverständlich stets auf die Wirtschaftlichkeit zu achten.

Bei dem Ankauf der „H&M-Immobilie“ wurde daher eine ausführliche Analyse durchgeführt, die sehr positiv ausfiel. Zum einen aufgrund des sehr niedrigen Kaufpreises, der zu erwartenden Mieteinnahmen und aufgrund des sehr geringen Risikos. Zum anderen hat auch der Aufsichtsrat der TLG, besetzt mit juristischen, wirtschaftlichen und steuerlichen Experten, den Ankauf sehr positiv beurteilt.

Die für den Restkaufpreis notwendigen finanziellen Mittel könnten sogar zur Gänze aus den vorhandenen Guthaben und Einzahlungen der nächsten Wochen aufgebracht werden. Aus strategischen Überlegungen haben wir jedoch entschieden, weiterhin eine Liquiditätsreserve zu behalten. Daher werden wir ein Darlehen aufnehmen, wobei die Aufnahme von Fremdfinanzierungen für Immobilienprojekte branchenüblich und betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, da dadurch gewinnbringende Projekte realisiert werden können.

Die vom Gemeinderat am vergangenen Dienstag beschlossene Haftung hat nur einen Grund – nämlich, dass wir uns dadurch die niedrigsten Zinsen sichern, die derzeit am Markt möglich sind. Die Gefahr, dass die Haftung jemals schlagend wird liegt de facto bei Null. Genauso wie alle anderen Kredite, für die die Gemeinde bürgt, wie etwa bei jenen der Messe Tulln, noch nie (!) zu einer finanziellen Belastung der Stadt führten.

Das leitet mich zum nächsten Punkt: Da kein Cent aus dem Budget der Stadtgemeinde für dieses Geschäft fließen wird, ist der politische Darstellungsversuch, dass Einnahmen aus der jüngsten Gebührenerhöhung für den Kauf verwendet würden, völlig haltlos.

Wir sind froh, durch den Erwerb dieser prominenten Immobilie am Hauptplatz nun in der Lage zu sein, den Handelsstandort Tulln stark mitzugestalten, um zu sichern, was andere Städte gerne hätten – ein pulsierendes Zentrum."