Der Bürgermeister "meistert" nicht von oben

29. Dez. 2009

Am Montag, 21. Dezember 2009, wurde ich vom Gemeinderat erstmals zum Bürgermeister der Stadtgemeinde Tulln gewählt, es folgten zwei weitere Wahlen nach der Gemeinderatswahl 2011. Ich bedanke mich bei allen, die mich gewählt haben. Wir befinden uns aktuell in einer schwierigen Zeit. Da müssen wir zuerst an Tulln denken. Daher kann ich versichern: Ich werde die Gespräche mit allen politischen Parteien in Zukunft weiterführen. Mir ist es ein großes Anliegen, dass der Erfolgsweg, den Tulln eingeschlagen hat, fortgesetzt werden kann. Das ist dann garantiert, wenn wir uns gemeinsam dafür stark machen. Daher bleibt meine Hand an die Opposition ausgestreckt.

Hier meine Antrittrede vom 21. Dezember 2009:

Sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates, sehr geehrte Gäste,
sehr geehrter Herr Stadtamtsdirektor,
geschätzter Bürgermeister a.D. Edwin Pircher,
lieber Willi Stift,
 
es für mich eine große Ehre aus deinen Händen diese Bürgermeisterkette zu übernehmen. Du bist für mich ein Mann ohne dessen visionäre Kraft viele Projekte nie initiiert und viele bleibende Akzente nie gesetzt worden wären. Ich beschreite heute einen Weg, der von dir und von deinem Vorgänger Edwin Pircher, der sehr zu meiner Freude ebenfalls anwesend ist, geebnet wurde. Mit euch ist  die  Geschichte Tullns unmittelbar verbunden und ich sehe es als große Auszeichnung euer Nachfolger zu sein. Zu eurer Arbeit fallen mir zu nennende Attribute ein, wie: Innovation, Umsetzung und Fortschritt! An dieser Stelle ein großes Danke an euch!
 
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates, nochmals ein herzliches Danke an alle, die mich heute in dieses Amt gewählt haben. Ganz besonders an meine Kolleginnen und Kollegen meiner Fraktion unter Obmann Harald Schinnerl. Lieber Harald, ich möchte die Gelegenheit nutzen, dir von dieser Stelle zu danken und zu betonen, dass ich mich sehr freue, dass du mir ab nun als 1. Vizebürgermeister zur Seite stehst.
 
Meine Damen und Herren, Ihre Stimme hat gezählt! Nicht nur für die Übertragung Ihres Vertrauens auf meine Tätigkeit, sondern auch für unsere Gemeinde Tulln. Daher versichere ich Ihnen heute schon gerne, dass ich die Gespräche mit allen politischen Parteien, die ich in den letzten Tagen geführt habe, auch in Zukunft anbiete, um den Erfolgsweg für Tulln fortzusetzen. Ich bin sicher, dass mir alle Parteien recht geben, wenn ich behaupte, dass nur eine starke Gemeinschaft unsere  Stadt politisch, gesellschaftlich und demokratisch stabilisiert. 
 
Diese Stadt blickt derzeit auf starkes Wachstum. In Zukunft will ich den Blickwinkel auf qualitatives Wachstum legen. Es ist mir daher ein besonderes Anliegen unsere erworbene sehr hohe Lebensqualität als Priorität zu sehen und diese für alle Einwohner zu sichern. Tulln soll eine Stadtgemeinde sein, die überschaubar bleibt. Oder anders ausgedrückt: Tulln soll in den nächsten Jahren weniger an Einwohnern, sondern weiter an Lebensqualität wachsen. Dabei gilt es Neuerungen zu prüfen, Entwicklungen und Veränderungen eine Chance zu geben und mit klaren Visionen zu verteidigen.
 
In Zeiten wie diesen ist jeder gefragt um einen Schulterschluss zu schaffen, sei es für Tulln oder Land und Region. Nur mit Ihnen allen gemeinsam lässt sich die beste Strategie für eine erfolgreiche Stadtpolitik erarbeiten! Und genau auf diese Arbeit freue ich mich!
 
Selbstverständlich erfordert dieser Gedanke auch klare persönliche Entscheidungen, die mich dazu bringen, mich nahezu von allen bisherigen Ämtern und Funktionen zu trennen. Ab sofort bin ich mit größtem Interesse und Engagement ausschließlich Bürgermeister, Obmann der Tullner Volkspartei und in meinem Brotberuf Schulleiter. Daneben werde ich keine weiteren Funktionen und Ämter ausüben.
 
Ich möchte Ihnen damit auch meine kompromisslose Haltung präsentieren, die ich persönlich als unabdingbar erachte um so ein Amt verantwortungsvoll zu erfüllen. Verantwortung ist ein wichtiger Wert. Ich erlaube mir, diese als Tugend und moralische Verpflichtung zu sehen.
 
Und jetzt ganz speziell an die anwesende Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, vor uns liegt nun die Zukunft und die Kraft voranzugehen, das erfolgreiche Gesetz von Ursache und Wirkung zu leben: Zusammenhalt stärkt. Es liegt in unserer Hand, wie stark wir wirklich sind und ob wir echt und authentisch handeln.
 
Unsere Wurzeln sind die Heimat und die Tradition. Ein neues Wertesystem zum Schutz dieser Wurzeln ist gefragt. Daher will ich in der mir anvertrauten Position, alles tun, um mit Respekt, Führung und positiver Haltung Optimismus zu fördern und ein ehrlicher Ansprechpartner zu sein.
 
Der Bürgermeister „meistert“ nicht von oben, sondern ist ein Teil der Gemeinde im Sinne echter Partnerschaft.

Ich freue mich auf eine neue gemeinsame Ära!
 
Vielen Dank