Rede beim Neujahrstreffen 2012

Ich bedanke mich sehr herzlich, bei allen Kolleginnen und Kollegen, die mich bei der Organisation des gestrigen sehr wichtigen Neujahrstreffens unterstützt haben. Mein Dank gilt weiters den zahlreichen Gästen für ihr Erscheinen sowie für die positven Resonanzen.
Hier zum Nachlesen der Ablauf des offiziellen Teils:
Vor meiner Rede wurde folgender Teil der Wutrede von Roland Düringer aus der TV-Sendung Dorfers Donnerstalk eingespielt (© E&A, ORF):
"Wir sind alle jene Systemtrottel, die es schön langsam satt haben, im Hamsterrad zu laufen und all jenen, die von diesem System profitieren, den Deppen zu machen. Wir sind fast ein bissi wütend, ganz einfach deswegen, weil wir angelogen werden und das ständig, und keiner unserer Politiker den Mut hat und die Eier endlich aufzustehen und die Wahrheit zu sagen, dass uns nämlich schön langsam das Wasser bis zum Hals steht und alle Systeme in einem künstlichen Wachkoma gehalten werden. Wir sind wütend, ziemlich wütend, weil diese Politmarionetten offenbar ihre Aufgabe vergessen haben. Nämlich uns, der Gemeinschaft, zu dienen und nicht gemeinsam mit Banken und den Konzernen über das Volk zu herrschen. Und wir sind auch wütend, weil in der zweiten Reihe schon wieder die braunen Verführer warten und sich die Dummen greifen werden. Nur wir, wir sind keine Dummen, wir sind einfach nur wütend, weil es in diesem Land keine Pressefreiheit gibt und wir von abhängigen Medien entweder mit geistigem Müll oder mit Falschinformation geschissen werden. Wir sind wirklich wütend."
Im Anschluss startete meine Rede. Zur besseren Lesbarkeit habe ich für die Veröffentlichung auf dieser Homepage Zwischentitel eingefügt.
Begrüßung
Es ist mir eine große Ehre und Freude zugleich, Sie alle heute Abend zu unserem gemeinsamen Neujahrstreffen begrüßen zu dürfen. Und ich bedanke mich herzlichst nicht nur dafür, dass Sie so zahlreich erschienen sind, sondern, dass Sie besonders heute am Freitag den 13., den Schritt vor die Haustür gewagt haben…
Wie Sie sehen, haben wir alle Leitern, Spiegel, die zerbrechen könnten, schwarze Katzen und sonstiges beiseite geschafft, damit wir Ihnen einen sanften und gelungenen Start in das noch so junge Jahr 2012 gestalten können.
Als Ihr Bürgermeister mit einem engagierten Team um mich herum, ist es doch genau unsere Aufgabe, Ihnen die eine oder andere „Sorge“ beiseite zu schaffen, auch wenn es immer noch genügend Widerstand ringsum gibt, um das zu verhindern. Ich möchte sagen: „Nicht nur der Aberglaube ist 365 Tage im Jahr eine Herausforderung!“
Und deshalb, jetzt erst recht, möchte ich heute Abend erneut diese Bühne nützen, um Ihnen Informationen aus erster Hand zu geben und Dinge klar ins Licht zu stellen. Wie heißt es so schön am Theater: „Was dem einen die Bühne ist, ist dem anderen nur die Garderobe.“ Als Ihr Ansprechpartner, werde ich auch im neuen Jahr darauf verzichten, heimlich hinter dem Paravent zu agieren.
Das wichtigste Medium dabei ist der persönliche Kontakt, das „in die Augen schauen“, eine positive Gestik und gegebene Handschlagsqualität. Dinge, die Sie alle zu Recht erwarten und auf die auch ich Wert lege, in einer Demokratie und in der dazu gewählten Politik.
Replik auf Düringer: Wahrheit, der Gemeinschaft dienen, braune Verführer, Medien
Und somit repliziere ich nun auf Roland Düringer, der mit seiner Wutrede bei Dorfers Donnerstalk offensichtlich nicht mich gemeint haben kann.
Ich bin zum Glück körperlich gänzlich unversehrt und der Wahrheit verpflichtet. Das ist das dritte Neujahrstreffen und ich sage bereits zum dritten Mal die Wahrheit, nämlich, dass Tulln eine sehr vermögende Stadtgemeinde ist, jedoch mit einem stets wachsenden Liquiditätsproblem zu kämpfen hat. Das hab ich bereits als Finanzstadtrat – besonders im Jahr 2008 - nachweislich durchaus mutig artikuliert, obwohl ich mir damit nicht überall Freunde machte.
Dass die Politik der Gemeinschaft dienen soll, deckt sich mit meiner Aussage vom Vorjahr, mit der ich klar festhielt: „Die Autorität des Bürgermeisters ist kein persönliches Privileg, sondern die höchste Form des Dienens.“
Und eines eint mich mit Düringer absolut: Was die braunen Verführer betrifft, ja, die machen auch mich sehr wütend.
Ganz besonders stören mich auch die abhängigen Medien, die gefärbte oder gar falsche Informationen produzieren. Dazu ein Zitat von Franz Schellhorn in der Tageszeitung „Die Presse“ vom vergangenen Samtstag: „Interveniert ein deutscher Bundespräsident beim Boulevard, ist er politisch erledigt. Kaufen sich Mitglieder der österreichischen Kanzlerpartei mit Steuermitteln freundliche Berichte, zucken hierzulande nur ein paar Schultern.“
Die lokalen Medien hingegen wie NÖN oder Bezirksblatt stehen aus meiner Sicht vor einer anderen immer schwierigeren Herausforderung. Die Aussagen mancher Gemeindemandatare taugen kaum mehr für eine sachliche Recherche. Diesen Zeitungen bleibt daher nichts anderes übrig als sich durch Anführungszeichen von Zitaten, die oft voll mit bewussten Halbwahrheiten und Fehlinformation sind, abzugrenzen. So findet bisweilen auch lokalpolitischer Müll seine Leser. Es macht mich wütend, dass die steigende Missgunst, der Neid und negative Befindlichkeiten in unserer Gesellschaft immer mehr eine barrierefreie Wahrnehmung der Tatsachen verhindern und damit eine Lösungsorientierung hin zum gemeinsamen Ziel: Politik soll die Menschen zusammenführen!
Politik soll die Menschen zusammenführen
Dass ist MEIN Motto, daran halte ich fest. Und ich weiß, dass es meine professionelle Pflicht ist, meine Wut in konstruktive Energie umzuwandeln, damit ich dieses Motto leben kann - und das werde ich mit Sicherheit weiterhin tun.
Dank an Xandl Schmidhammer für das Tulln-Lied sowie an die Sponsoren
Nachdem der Manager von Roland Düringer, Erich Schindlecker, heute anwesend ist, ersuche ich dich Herrn Düringer nicht meine wütenden sondern meine besten, hoffnungsvollen Neujahrswünsche zu übermitteln. Ebenso hier ist heute Abend Xandl Schmidhammer, den Sie als Gärtnerkollege von Roland Düringer vermutlich auch aus der Serie „Die wilden Gärtner“ kennen. Xandl Schmidhammer ist aber auch als Musiker bekannt, und hat das Tulln-Lied, das Sie nach meiner Rede hören werden, komponiert. Ich möchte dir und allen Sängern sehr herzlich danken!
Und noch einen Dank möchte ich aussprechen, bevor ich Sie über weitere wichtige Entwicklungen in unserer Stadtgemeinde informiere. Dieser Dank gilt unseren Sponsoren, die uns heute die Möglichkeit für Bühne und Licht, Brötchen und edle Tropfen bieten; alleine schon, um die Opposition zu beruhigen, nenne ich gerne den Namen der Baugenossenschaft Heimat Österreich sowie jenen von Herrn Architekt Martin Bachner. Dieses Team errichtet die Wohnungen auf dem ehemaligen Lagerhausareal. Für Interessierte sind die Kontaktdaten links von der Bühne affichiert.
Appell an die Opposition zur Zusammenarbeit
Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Einigen von Ihnen klingen vielleicht noch die Worte meiner letzten Neujahrsrede nach, die ich an unseren Stadtnamen knüpfte: T wie Team, U wie Umsetzung, L wie Leistung, L wie Lebensqualität und N für Neuigkeiten.
Diese Bedeutungen gelten nach wie vor, auch, wenn sich einige Details verändern. Ich werde auch 2012 nicht aufhören an einen effizienten Teamgedanken zu glauben und mich weiterhin unbedingt dafür einzusetzen. Das Angebot, eine Zusammenarbeit mit allen Parteien anzustreben habe ich seit meinem Amtsantritt mehrmals ausgesprochen. Meines Erachtens ist es gerade in den heutigen Zeiten nicht mehr leistbar, nur opportunistisch zu handeln, bei unpopulären Maßnahmen wegzusehen oder mit fadenscheinigen Manövern unsere geschaffenen Werte in Frage zu stellen! Wie Sie gerade hören, wird es endlich Zeit, einige Punkte klar anzusprechen! Daher lautet mein Appell: Verehrte Damen und Herren der Opposition, arbeiten Sie mit uns so wie Stadtrat Buchinger konstruktiv zusammen, nehmen Sie meine ehrlich ausgestreckte Hand! Profession statt Provokation soll unsere Devise sein, lieber Günter Kraft! Auch in der Politik gilt der Spruch von Friedrich Schiller: Wo rohe Kräfte sinnlos walten, da kann sich kein Gebild gestalten. Daher: Jetzt mit den Worten von Karin Zeiler in der letzten Ausgabe des Bezirksblattes: Das Hick Hack muss ad acta gelegt werden.
Netzwerk Nachbar und Offene-Ohr-Tour
Dass in anderen Teilen eine hervorragende Teamarbeit möglich ist, zeigen die Erfolge für die Projekte „Netzwerk Nachbar“ und „Offene-Ohr-Tour“. Viele der heute Anwesenden haben durch ihr gezeigtes Interesse und ihre Resonanz zu diesen Themen abermals bewiesen, dass es ein Miteinander gibt!
Aber es geht dabei nicht um Kaffee und Kuchen, sondern um einen echten Austausch, um ein soziales Empfinden!
Bedeutung der kleinen Sorgen
Ihre kleinen Sorgen zu teilen, um Größeres zu bewegen, wird mir auch in diesem Jahr ein herzliches Anliegen sein!
Vereine
Beim Thema „Team“ möchte ich an all die zahlreichen Vereine erinnern, die im künstlerischen, sportlichen und gesellschaftlichen Hinblick großartige Arbeit leisten. Es heute viele Vereinsverantwortliche hier: Ich versichere Ihnen meine Unterstützung Ihr hohes Niveau weiterhin aufrecht zu erhalten. Das wir 5 WM, 12 EM-Erfolge, 43 Staatsmeister und 66 Landesmeister im vergangenen Jahr feierten, ist an dieser Stelle sicher einen Applaus für alle Vereine wert.
Apropos Applaus: Ein idealer Übergang zu dem, was 2011 begonnen und heuer fortgesetzt wird:
Altes Rathaus und Stadtsaal
Die Verwertung der Liegenschaft des „altes Rathaus“ sowie des Stadtsaales konnte äußerst erfolgreich absolviert werden, auch wenn einige – nicht nur abergläubische - Skeptiker zunächst so manche „Leiter zum Druntergehen“ aufgestellt haben!
Im Frühjahr startet der Bau für dieses neue Wohn- Einkauf- und Veranstaltungszentrum, vor allem der neue Stadtsaal wird „alle Stückeln spielen“ und um die Hälfte größer sein als der bisherige. Die jährlichen Kosten für die Gemeinde werden hingegen deutlich geringer ausfallen. Bei der Abrissparty am 28. November zerbrachen im alten Stadtsaal letztmals bei bester Laune Gläser, diese Scherben werden uns Glück und ein noch attraktiveres Stadtzengtrum bringen sowie den Handelsstandort Tulln weiter stärken.
Viersterne-Hotel
Um bei der Bedeutung des heutigen Datums zu bleiben: Wir sind merkbar im verflixten siebenten Jahr angelangt, was den Wunsch nach einem Viersterne-Hotel in der Innenstadt betrifft. Aber es lohnt sich weiterhin für dieses Projekt zu kämpfen, das den Kongresstourismus in der Universitätsstadt Tulln sichert. Unsere Vertragspartner bzw. Hotelerrichter haben mir zugesagt, in der Gemeinderatssitzung am 26. Jänner über die nächsten Schritte zu berichten.
Revitalisierung des ehemaligen Frank-Hauses: Gastromeile
Richten wir nun den Blick in die östliche Innenstadt: 2014 wird Tulln mit der Revitalisierung des Frank-Hauses um ein weiteres attraktives Areal reicher. Ich wills nicht verknofeln, aber die geplante Erlebnisgastronie könnte die entscheidende Ergänzung zu den bestehenden guten Gastronomen sein, damit die Rudolf- und die Wienerstraße weit über unsere Stadtgrenzen hinweg als Gourmetmeile bekannt wird.
Entschleunigtes Bevölkerungswachstum
Verehrte Gäste!
Wo wir auf der einen Seite wachsen und erstarken, haben wir auf der anderen Seite weiterhin die Verpflichtung und Verantwortung gegenüber bereits geschaffenen Werten und sozialer Strukturen. Der jüngste Umfragewert von 57 % der Tullnerinnen und Tullner, die sich für einen Wachstums-Stopp aussprechen, darf daher auf keinen Fall mit falscher Arroganz verwechselt werden. Es ist vielmehr Ausdruck für ein starkes Interesse an einer entschleunigten Wohnbau- und Flächenwidmungspolitik, die es unbedingt für den Erhalt der geschätzten Lebensqualität braucht. Wir haben als Stadtführung dieses Versprechen gegeben, werden achtsam damit umgehen und neue Bauflächen nur extrem restriktiv widmen.
Stärkung der Wirtschaft
Wessen wir uns dafür allerdings noch stärker widmen, ist, den Wirtschaftstandort Tulln durch folgende Punkte zu sichern.
1) Stärkung des Gewerbes unter anderem durch die vorhin genannten Großprojekte, die jedenfalls eine Investitionssumme von rund 60 Millionen Euro bedeuten.
2) Weiterentwicklung des Tourismus, indem wir auf folgende vier Bereiche setzen: Tulln als die Kultur- und Geburtstadt von Egon Schiele, als DIE NÖ Stadt an der Donau, auf Tulln als die Stadt der Forschung sowie als das österreichische Gartenkompetenzzentrum.
3) Tulln wird als Messeanbieter gestärkt: Durch Förderungen des Landes NÖ, durch ein professionelles Management Kongresstourismus in der Universitätsstadt Tulln ist gesichert,. Ich freue mich zum Beispiel auf eine völlig neue Jagd und Fischermesse in diesem Jahr. Mit der Pool&Garden und der Kulinar ist das die dritte Innovation in kurzer Zeit.
18,5 Millionen Euro für den Campus Tulln
Ein mit Sicherheit optimales Beispiel für nachhaltig geschaffene Werte ist die im vergangenen September eröffnete Universität.
Der Campus Tulln ist ein echter Meilenstein, der weit über die Grenzen hinaus in der wissenschaftlichen Landschaft sichtbar ist. Wir liegen damit voll im Trend: Denn auch wir setzen so wie die Landesregierung auf rauchende Köpfe und nicht auf rauchende Schlote. Übrigens nicht weniger als 18,5 Millionen Euro an Finanz- und Sachvermögen hat die Stadtgemeinde in den Campus investiert. Das entspricht dem Hauptplatz Neu mal drei, oder knapp einem Drittel der gesamten Darlehen der Stadtgemeinde.
Der Bonus Tullns trotz der Finanzkrise
Diese Stelle ist nun ideal um erneut zu betonen. Auch wenn eine jüngste Studie von McKinsey erfreulicherweise bestätigt, dass jedes EU-Land , allen voran Österreich, von der Einführung des Euro profitiert hat, kommt im Moment niemand an der europäischen Finanzkrise vorbei. Im Bund wird nicht freiwillig um ein Sparpaket gerungen. Und es wird wohl keiner glauben, dass Tulln von dieser Entwicklung verschont bleibt. Der Bonus Tullns ist jedoch: Wir haben durch viele Investitionen echte Werte geschaffen.
Hervorragende Lebensqualität - Investitionen des Jahres 2011
Genau diese Werte sind für die hervorragende Lebensqualität Tullns verantwortlich. Gerüchteweise meint sogar Spitzenkoch Toni Mörwald zu Tulln: I’m lovin‘ it. Dieser Eindruck wird von fast allen Mitbürgerinnen und Mitbürger gespiegelt. Die Gründe sind sicher unterschiedlich: Zwischen gepflegtem Gesamtstadtbild, über das kulturelle Angebot, über die Kinderbetreuungseinrichtungen bis hin zum Radwegenetzes, liegt ein breiter Reigen an neu geschaffener Infrastruktur in den letzten Jahren. Lassen Sie mich hier an dieser Stelle einige wichtige Errungenschaften des Jahres 2011 nennen:
• Am 12. April wurde die neue Sporthalle eröffnet. Diese steht vielen Vereinen zu einem von der Gemeinde sehr stark gestützten Mietpreis zur Verfügung. Ideal eignet sich die Halle unter anderem für Handballspiele. So hat am 5. Jänner das österreichische Nationalteam das WM-Qualifikationsspiel gegen Großbritannien 37:22 gewonnen.
• Der Planungsauftrag für die Generalsanierung des Hallenbades wurde erteilt.
• Mit dem Neubau eines 4gruppigen Kindergarten in der Konrad-Lorenz-Straße wurde begonnen.
• Ein neuer Spielplatz in Nitzing wurde eröffnet.
• Im Wasserwerk II wurde die Huminstoffaufbereitungsanlage fertiggestellt, damit muss dieses Wasserwerk im Hochwasserfall nicht mehr den Betrieb einstellen.
• Die vollbiologische neue Kläranlage hat auch im zweiten Probejahr gut gearbeitet.
• Der nächste Punkt betrifft den Schutz gegen das Grundwasser. Der Pegelstand liegt zwar mittlerweile deutlich - nämlich um 1,30 Meter - unter dem Höchststand vom 24. Mai 2010, dennoch wurden in den weiter Schutzmaßnahmen durchgeführt. Nicht zuletzt wegen der nun guten nachbarschaftlichen Kontakte zur Marktgemeinde Langenrohr wurde der Überländgraben geräumt, damit das Grundwasser besser abfließen kann.
• Im Bereich Straßenbau und Verkehrssicherheit kann ich berichten.
o Der Kreisverkehr an der Kreuzung Bahnhofstraße Rochusgasse/Feldgasse wurde - mit günstigster Innengestaltung - fertiggestellt.
o Der Kleinkreisverkehr in der Frauenhofnerstraße hat die gefährliche Kreuzung mit der Egon Schiele Gasse entschärft und ist durch gelbe Markierungen nun auch besser sichtbar.
o Die gefährliche Querung in der Langenlebarnerstraße beim BSZ/Sporthalle ist baulich und durch einen Zebrastreifen sicherer.
o Die Brücke in der Langenlebarnerstraße, die für Fußgänger ein großes Hindernis war, wurde verbreitert.
o Folgende Straßenabschnitte wurden realisiert: Die Königstetterstraße östlich der Kleinen Tulln, der Zeiselweg zwischen Mittergwendt und Grünwaldgasse, der letzte Teilabschnitt der Ortsdurchfahrt Mollersdorf, die Mühlbachgasse bis zum Mittergwendt, die Konrad-Lorenz-Straße sowie das neue Siedlungsgebiet in Nitzing.
• Und schließlich wurden 570 Laufmeter Rad- und Gehwege errichtet sowie das bestehende Radwegekonzept mit 8 Hauptradrouten adaptiert.
Herausforderungen des Jahres 2012
Sehr geehrtes Neujahrspublikum!
Viele halten wir zum Jahreswechsel inne, vergleichen das alte Jahr mit den gehegten Erwartungen, schauen sanft ums Eck zum kommenden, haben viele Fragen, die meistgestellte: Was wird auf uns zukommen?
Ich will jetzt nicht über Ängste, den Euro oder dessen Schirm sprechen! Zumal wir ja alle wissen, dass man einen Schirm nicht in einem geschlossenen Raum aufspannt, schon gar nicht am Freitag, den 13.,
Ich spreche lieber über ehrliche Anstrengungen, die wir in Tulln gleich nach den letzten Gemeinderatswahlen bezüglich unserer Finanzen begonnen haben. So fand 2010 zu diesem Thema eine Klausur, an der alle Parteien mit Ausnahme der SPÖ teilgenommen haben, statt. Dennoch hat sich die Situation so wie in vielen anderen Gemeinden weiter zugespitzt, sodass kein ausgeglichenes Budget für 2012 mehr möglich war.
Syntegration & Opposition
Damit war klar: Tulln braucht ein professionell gestaltetes Sparpaket! Bedingt durch diese Tatsache wurde im Oktober das Großprojekt „Syntegration in Tulln“ gestartet. Synergie und Integration sind die Wortpfeiler dieser Methode. Auf meinen Wunsch hin wurde Tulln für dieses Pilotprojekt in NÖ auserkoren. Es war und ist mein Ehrgeiz mit diesem modernen Instrument das Beste für unsere Stadtgemeinde herauszuholen. Die Glückbringer sollten dafür aus allen Parteien kommen: schwarze Rauchfangkehrer, rote Schwammerl, TOP-Hufeisen, grüne Kleeblätter und blaue …tja, blaue Glücksbringer gibt’s keine.
Selbstverständlich wäre eine gemeinsame Haltung gegenüber den finanziellen Herausforderungen in diesen schwierigen Zeiten das Beste für die Stadtgemeinde. Schade, dass sich Rot, Grün und Blau dieser gemeinsamen Herausforderung nicht gestellt haben. Schade, dass einige lieber den „schwarzen Peter“ zuschieben wollen, anstatt Chancen zu nutzen!! Schade, dass hier nach dem Kick-Off-Workshop der Syntegration jemand etwas kritisierte, „bei dem er nicht dabei war und von dem er ganz offensichtlich wenig bis gar keine Ahnung hat,“ wie Thomas Peischl in der NÖN so treffend geschrieben hat.
Umso mehr freue ich mich über die 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen durch das Malik Management eine großartige Effizienz bescheinigt wurde!
Bisher veröffentlichte Ergebnisse der Syntegration
Wir haben durch den Kick-Off-Workshop viele Antworten auf folgende Frage erhalten: Was müsste die Stadtgemeinde Tulln tun, um das Budget um 7 bis 10 % zu entlasten und gleichzeitig lebenswert zu bleiben?
Bislang wurden die wichtigsten Ideen des Auftaktworkshops – völlig ungeschönt, das heißt auch mit unpopulären Inhalten - in Form eines Übersichtsblattes veröffentlicht. Die meisten werden es kennen, zur Sicherheit ist es nun hinter mir eingeblendet. Dieses Blatt steht zum Download auf der Homepage der Stadtgemeinde bereit und einige Exemplare liegen auch beim Eingang auf.
Diese Übersicht soll verdeutlichen, dass die vielen Ergebnisse der Syntegration nur aus der Vogelperspektive umfassend erkannt werden können und jeder Impuls im Zusammenhang mit allen anderen zu sehen ist.
Die Eckpunkte der Syntegration
Welche Szenarien tatsächlich umgesetzt werden, ist noch nicht entschieden, dafür werden im Gemeinderat am 21. März die Weichen gestellt. Ich möchte heute die Eckpunkte herausgreifen:
• Das Motto „Tulln ist schöner“ wird auch in Zukunft gelten.
• Das Bekenntnis „Wir alle sind Tulln“ setzt auf Kostenreduktion durch Bürgerbeteiligung.
• Die Politik setzt Zeichen der Solidarität und spart bei sich selbst. Nach der nächsten Gemeinderatswahl soll es nur noch eine Vizebürgermeisterin oder einen Vizebürgermeister und weniger Stadträte geben. Zusätzlich wurden bereits in der letzten Gemeinderatssitzung die Bezüge der Mandatare genau um den Konsolidierungseffekt der Syntegration – nämlich um 8,7 % - gesenkt.
• Die Vorschläge zur Ansiedelung und Betreuung von Betrieben und zur Steigerung der Kommunalsteuereinnahmen sind sehr konkret.
• Die Inputs zur Optimierung der Strukturen im Rathaus und im Bauhof sind angekommen.
• Der Schwerpunkt der Sanierung wird sehr deutlich ausgabenseitig erfolgen.
• Im Mittelpunkt möglicher Gebührenerhöhung steht die Wasserversorgung, um ein optimales Preis- Leistungsverhältnis zu erreichen.
• Gemeindeimmobilien wie die Sportplätze im Westen der Stadt stehen genauso zur Diskussion wie die Gemeindewohnhäuser. Wobei ich erneut allen Mietern an dieser Stelle garantiere, dass das vorhandene Niveau weiterhin gesichert ist.
• Jahrelange Defizite wie jene des Eislaufplatzes können nicht mehr – so wie in den vergangenen Wohlstandszeiten – einfach ignoriert werden. Es ist noch nicht fix, dass der Eislaufplatz geschlossen wird. Die Schließung steht aber im Raum, solange nicht Wege gefunden werden, wie in Zukunft ein immer wieder kehrendes Defizit von 150.000 bis 200.000 Euro vermieden werden kann. Dazu werden derzeit verschiedene Varianten ausgearbeitet. Eine Freude hätte ich freilich mit der Schließung nicht. Noch dazu, wo bei den kommenden Olympischen Jugendspielen in Innsbruck im österreichischen Eishockeynationalteam eine Tullnerin, nämlich Viktoria Hummel auflaufen wird.
Weiterer Syntegrations-Fahrplan
Soweit zu den Schlaglichtern der Syntegration. Die nächsten Schritte sind: Alle Ideen des Kick-Off-Workshops werden von den Fachleuten im Rathaus im Rahmen von über 40 Einzelprojekten für den politischen Entscheidungsprozess im Februar bzw. März vorbereitet. Das Beratungsunternehmen von Prof. Malik wird uns bei der Umsetzung der Maßnahmen bis ins Jahr 2014 begleiten.
Zweites Tullner Zukunftsforum
Sehr verehrte Gäste,
„Niemand weiß etwas über die Zukunft. Aber alle wollen etwas darüber wissen. Zukunft ist ein Zauberwort der Gegenwart, das nur einen großen Nachteil hat: Es wird ständig von eben dieser Gegenwart entzaubert. Und was ist das eigentlich: die Zukunft?“ dieser Satz beziehungsweise Frage stammt von dem Philosophen Konrad Paul Liessmann. Er wird dazu im Rahmen einer Koproduktion der Handelsakademie und der Stadtgemeinde Stellung nehmen, und zwar beim 2. Tullner Zukunftsforum. Ich lade Sie herzlich ein, am 27. Jänner 2012 um 8.30 Uhr hier her ins Atrium zu kommen. Die weiteren Referenten sind: Der meist gelesene christliche Autor der Gegenwart, Pater Anselm Grün sowie die beiden Wissenschaftlerinnen Renee Schröder und Alexia Fürnkranz-Prskawetz – ich verspreche Ihnen, diese Tagung bringt Ihnen Glück!
Wunsch zum Abschluss: Das Glück des Tüchtigen!
Nun, man braucht kein Philosoph zu sein, um eines zu wissen: Die Zukunft liegt in jedem Fall vor uns. Wir sind 365 Tage im Jahr unseres Glückes Schmied und brauchen keinen Aberglauben!
Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein gesundes, frohes und friedliches Jahr 2012 und selbstverständlich das Glück des Tüchtigen!
Vielen Dank!
Nach der Rede wurde das Tulln-Lied uraufgeführt. Klicken Sie dafür hier:




