Zwei neue Gründe zum Feiern für die "Stadt des Miteianders"

13. Okt. 2025

Rund 17.000 Menschen leben mittlerweile in Tulln. Noch immer ist die Stadt überschaubar genug, um sich verbunden zu fühlen – und doch groß genug, dass wir uns nicht alle persönlich kennen. Aber sich bewusst zu machen, dass ich gemeinsam mit vielen anderen Menschen in derselben Stadtgemeinde lebe, und uns daher etwas Besonderes verbindet, das geht sehr wohl. Dadurch gelingt es, sich stärker als Gemeinschaft wahrzunehmen, bereit zu sein, auf andere zuzugehen und damit ein gutes Miteinander zu fördern. Das war der Grund weshalb ich vor acht Jahren die Initiative „Stadt des Miteinanders“ startete.

Die Wirkung der „Stadt des Miteinanders“ hat vieles in Bewegung gebracht, in vielen Facetten des städtischen Lebens: vom Netzwerk Nachbar über Erzähl- und Reparaturcafés, Spiel-, Kreativ- und Wandertreffs bis hin zu Sprechstunden für Nachbarschaftskonflikte und zahlreichen weiteren Gelegenheiten, miteinander in Kontakt zu kommen.

Diese Initiative ist mir ein sehr großes persönliches Anliegen. Nicht nur, weil Tulln so zum Vorbild für viele Städte werden kann. Sondern weil jede Bürgerin und jeder Bürger davon profitiert – denn intakte soziale Kontakte tragen maßgeblich dazu bei sich wohl, sicher und geborgen zu fühlen – sie machen aus der Stadt unser Zuhause.

Neuer Leitfaden voller Möglichkeiten und Impulse

Dieser zeigt auf 24 bunten Seiten, wie vielfältig das gelebte Miteinander in Tulln ist. Er verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit inspirierenden Beispielen aus der Praxis, stellt entstandene Projekte vor und lädt dazu ein, selbst aktiv zu werden. „Weder Stadtverwaltung noch Politik können Gemeinschaft verordnen. Miteinander entsteht, wenn günstige Rahmenbedingungen gestaltet werden, die BürgerInnen sich als Teil der Gemeinschaft begreifen und alle in der Stadt auf ihre Weise das gelungene Miteinander im Alltag leben. Unsere Broschüre zeigt die volle Bandbreite der Initiative und die Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen“, erklärt Stefanie Jirgal, Leiterin der Stadt des Miteinanders und federführend bei der Gestaltung.

Das handliche Heft enthält unter anderem:

  • Impulse aus Wissenschaft und Praxis, warum Miteinander ein zentraler Erfolgsfaktor für eine lebendige Gesellschaft ist.
  • Ideen und Anregungen, wie Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden können – etwa mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein eigenes Grätzlfest.
  • Einladungen der Initiative „Stadt des Miteinanders“ zum Dabeisein und Mitgestalten –
    z. B. bei „Tulln zu Gast“, der Aktion „Helden der Herzen“ oder der religionsübergreifenden Gruppe „Spirituelle Brückenbauer“.

Einladung zum Mitgestalten

Der neue Leitfaden wurde an alle Haushalte der Stadtgemeinde Tulln versendet, ist im Bürgerservice erhältlich, liegt bei Veranstaltungen auf und steht online unter www.stadtdesmiteinanders.at zur Verfügung. Gestaltet wurde er von der Tullner Agentur Friedl & Schmatz.

Anerkennung und Besuch von Gerald Hüther

Ein prägender Impuls zur Gründung der Initiative kam vom bekannten Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther. Er gab uns einst den Gedanken mit auf den Weg: ,Wenn Menschen, vor allem auch solche, die sehr unterschiedlich sind, wieder anfangen, miteinander zu reden, zu arbeiten und darüber nachdenken, wie sie sich gegenseitig ergänzen, um das Zusammenleben in ihrer Gemeinde fruchtbar zu machen, dann entsteht eine Dynamik und eine Entwicklung, die in allen Bereichen der Stadtgemeinde spürbar wird.‘ Diese Aussage inspiriert mich bis heute. Mit dem neuen Handbuch wollen wir die Bürgerinnen und Bürger erneut ermuntern, an die Kraft des Miteinanders zu glauben und selbst aktiv zu werden“

Anlässlich der Präsentation des neuen Leitfadens besuchte Professor Hüther Tulln und er zog folgendes Resümee über die bisherige Entwicklung der Initiative „Stadt des Miteinandes“: „Vor einigen Jahren habe ich in dem Buch „Kommunale Intelligenz“ zu beschreiben versucht, wie das Zusammenleben der Menschen in einer Stadt aussehen müßte, damit sich all das, was in den Bürgern und Bürgerinnen wie auch in der ganzen Stadt an Potential angelegt ist, auch wirklich entfalten kann. Ich bin froh, dass Tulln nun die Stadt geworden ist, in der das aus meiner Sicht bisher am allerbesten gelungen ist. Zu Hause fühlen sich die Menschen nämlich nicht dort, wo sie wohnen, sondern dort, wo sie spüren, dass sie dazugehören, dass sie gesehen und ernst genommen werden und wo sie selbst auch gern dazu beitragen, das Gefühl der Verbundenheit zwischen den Menschen in ihrer Stadt zu stärken.“

Rechts neben mir: "Stadt des Miteinanders-Leiterin" Stefanie Jirgal, Prof. Dr. Gerald Hüther und Stadträtin Eva Koloseus mit dem neuen Miteinander-Guide.